Das Milgram-Experiment. Zur Gehorsamsbereitschaft gegenüber by Stanley Milgram

By Stanley Milgram

Das Milgram-Experiment gilt als eine der berühmtesten sozialpsychologischen Untersuchungen. Es zeigt uns deutlich, wie schonungslos grausam die meisten Menschen sein können, wenn sie sich in einem strikten Schema von Befehl und Gehorsam befinden. Eindrücklich schildert uns Stanley Milgram, wie Durchschnittskandidate ihnen unbekannte Menschen quälen und foltern. Wer an das Gute im Menschen glaubt und auf humanitäre gesellschaftliche Fortschritte hofft, wird schockiert sein, wissenschaftlich untermauert zu bekommen, worüber wir uns zum Beispiel bei Nachrichten aus modernen Kriegen doch immer wieder wundern: Menschen sind bereit, sich diametral entgegen ihren eigenen Wertvorstellungen zu verhalten, wenn dieses belohnt beziehungsweise klar autoritär gefordert wird.

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Die Atmosphäre der Erde: Eine Einführung in die Meteorologie, 3. Auflage

Diese reich illustrierte Einführung in die Meteorologie entstand aus der langjährigen Lehrerfahrung des Autors an den Universitäten München, Göttingen und Bonn. Neben dem Einstieg in dieses Fach bietet sie auch einen Überblick über wichtige Teilgebiete wie die synoptische Meteorologie und die Klimatologie.

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Die Rolle des Versuchsleiters spielte ein 31 Jahre alter Biologielehrer einer Highschool. Während des gesamten Experiments verhielt er sich leidenschaftslos, seine Erscheinung wirkte ein wenig streng. Er trug den grauen Kittel eines Techni- 33 kers. Das «Opfer» spielte ein siebenundvierzigjähriger Buchhalter, der für diese Rolle ausgebildet worden war; er war irisch-amerikanischer Abstammung, die meisten Beobachter fanden ihn freundlich und liebenswürdig (man vergleiche das Bildnis des «Opfers» auf Tafel 1).

Ich kann es nicht ertragen, wenn ich sehe, daß Leute leiden. » (Maximum: 150 Volt) « . . da der Versuchsteilnehmer sich freiwillig bereit erklärt hat und da ich mich freiwillig bereit erklärt habe und da der Versuchsleiter keine körperliche Gewalt über mich besitzt, sollte der andere Versuchsteilnehmer befreit werden, wenn er den Punkt erreicht, wo er darum bittet, und ich würde ihn befreien. (Maximum: 150 Volt) «Der Grund, warum ich abbrechen würde, ist, daß die Person vor Schmerzen schreit. » (Maximum: 180 Volt) Diese Befragten glaubten, ihre Reaktionen würden von ihrem Einfühlungsvermögen, von ihrem Mitgefühl und ihrem Gerechtig- 44 Tabelle 1: Prognosen Befragter über ihren eigenen Abbruchpunkt 45 keitssinn abhängen.

5: Niveau der von Versuchspersonen angegebenen Spannung und Nervosität nächst einmal deutet es auf einen vorhandenen Konflikt hin. Wenn die Tendenz, der Autorität nachzugeben, die einzige psychische Kraft wäre, die in der Versuchssituation wirksam wird, dann hätten wohl alle Versuchspersonen bis zum Ende weitergemacht, und es hätte keine Spannung gegeben. Spannung entsteht vermutlich aus dem gleichzeitigen Vorhandensein zweier oder mehrerer miteinander unverträglicher Reaktionstendenzen (Miller, 1944).

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